Herzlich Willkommen bei der Externsteine Werkstatt für Handwerk, Kunst und Bildung.
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Um die Externsteine herum gruppieren sich seit jeher alle Arten von Interessengruppen.
Die besondere Anziehung dieser letztendlich mysteriösen Felsengruppe sammelt sich in Begrifflichkeiten wie Religion, Kunst, Natur wie stark diese auch ihren in Gegensätzen sein sollten und vielleicht daraus ihre Spannung beziehen.
Nun eine kleine Einführung:
Religion
Die Externsteine waren und sind zentrales Objekt unterschiedlichster Glaubenswelten.
Die christlich orientierten Historiker und Kunstgeschichtswissenschaftler meinen, dass an den Externsteinen in mehreren Bauphasen zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert ein christliches Heilig-Grab-Ensemble geschaffen wurde. Die Grabeskirche in Jerusalem war zwar Vorbild der Anlage, doch waren die mittelalterlichen Heilig-Grab-Kopien, die seit dem 10. Jahrhundert in ganz Europa entstanden, keine Nachbauten, sondern dem jeweiligen Ort entsprechende Interpretationen. Das Kreuzabnahmerelief ist das Zentrum und der Schlüssel zum Verständnis der Anlagen – so die Meinung der Historiker und Kunstgeschichtswissenschaftler. An den Externsteinen wurden nach ihrer Erkenntnis neben dem Grab Christi die Kreuzauffindungsgrotte und die Golgathakapelle der Jerusalemer Grabeskirche nachempfunden. Nach der christlichen Überlieferung wurde Jesus auf dem Felsen Golgatha gekreuzigt und das Kreuz der Legende nach im Jahre 326 von Kaiserin Helena, der Mutter des ersten christlichen römischen Kaisers Konstantin, in einer Grotte entdeckt.
Für viele Menschen, die sich zu neuheidnischen Glaubenskonzepten bekennen, sind die Externsteine ein Kraftort mit überaus starken geomantischen und spirituellen Eigenschaften. Von ihnen werden die Daten der ersten kultischen Nutzung im 10. Jahrhundert als zu spät angezweifelt; sie gehen davon aus, dass hier eine alte Kultstätte durch die Christen überprägt wurde. Die wichtigsten Feste, die an den Externsteinen gefeiert werden sind Beltane (auch Walpurgisnacht genannt) und die Sommersonnenwende.
Kunst
Das Kreuzabnahmerelief an der nördlichen Außenseite des Felsens I der Externsteine ist die bedeutendste mittelalterliche Großplastik Deutschlands und gilt als ein Kunstwerk von europäischem Rang. Es soll um das Jahr 1150 entstanden sein. Die dargestellten Szenen des Reliefs sind durch ein Gesims in zwei Bereiche aufgeteilt. Im unteren Drittel sieht man eine Höllen oder Unterwelt-Szene: Zwei Gestalten sind von einem drachenähnlichen Tier umschlungen. Darüber ist die Kreuzabnahme Christi dargestellt. Im Zentrum des Geschehens steht das Kreuz. Josef von Arimathäa lädt sich den toten Christus auf die Schultern, Maria stützt liebevoll den Kopf ihres toten Sohnes; Nikodemus steht auf einem Gegenstand, der von Kunsthistorikern als Stuhl oder geknickter Baum gedeutet wird und umfasst den Kreuzbalken. Am rechten Bildrand beobachtet der Evangelist Johannes das Geschehen, von dem er in seinem Evangelium Zeugnis ablegt (Johannes 19, Verse 25, 30,38-40). Über der Kreuzabnahme sind Sonne und Mond dargestellt; beide sind in Trauer mit Tüchern verhüllt. Zwischen der verhüllten Sonne und dem oberen Balken des Kreuzes blickt Gott auf das Geschehen hinab. Er trägt die Insignien seines Sohnes, Heiligenschein mit Kreuzbalken und Siegesfahne des Lamm Gottes. Seine rechte Hand segnet, die linke hält die als Kind dargestellte Seele Christi.
Natur
Die Externsteine liegen inmitten des etwa 127 ha großen gleichnamigen Naturschutzgebiets; es wurde bereits 1926 unter Schutz gestellt und ist damit das älteste Lippes. Teile des NSGs Externsteine sind auch Natura 2000 Gebiete, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU unter Schutz stehen; die Felsen selbst sind Kulturdenkmal. Das NSG ist auf Grund „seiner Geologie und kulturhistorischen Bedeutung [ein] landesweit einmaliges Gebiet“, das „eines der größten Vorkommen von Silikatfelsen und trockenen Heiden in NRW“ aufweist; daneben gibt es hier an seltenen Lebensräumen kleine Quellmoore und –sümpfe, naturnahe Bachläufe, alte Hudewälder und feuchte Orchideenwiesen. In diesen seltenen Lebensräumen gibt es viele seltene Pflanzenarten, darunter bedeutende Orchideenvorkommen, und einige sehr seltene Tierarten. Insgesamt kommen im NSG ca. 280 höhere Pflanzenarten vor und etwa 44 Vogelarten brüten hier. Der Uhu ist der prominenteste Brutvogel der Externsteine; seit 2006 nistet ein Pärchen in den Felsen und zog seitdem jedes Jahr mindestens ein Junges groß. Eine typische Vogelart der alten Eichenbestände an den Externsteinen ist der Mittelspecht. Eine in den Baumhöhlen alter Eichen lebende Käferart, der Eremit oder Juchtenkäfer, kommt ebenfalls an den Externsteinen vor. Diese Art ist so selten, dass sie europaweit geschützt ist; in NRW wurde sie nur an drei Orten gefunden.